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Kastell Feldberg
von der Bundestrasse 8 Esch - Königstein bzw. Königstein - Esch 2,5 Kilometer südöstlich von Glashütten nach Norden Richtung Schmitten bzw. Bad Homburg (Wegweiser Feldberg) abbiegen und bis zu einem der Parkplätze am Roten Kreuz fahren.

Von diesem Paß auf fast 690 Meter ü.NN bietet sich eine Rundwanderung zu römischen Relikten an, die zur Sicherung dieses Taunusüberganges seit dem Ende des 1. Jhdt angelegt wurden. Der ausgeschilderte “Kastellrundweg” ist 2,4 km lang. Der Limeswanderweg führt ebenfalls zum Ziel. Man kann auch rechts des Roten Kreuzes die schnurgerade Forststrasse nach Nordosten noch 250 Meter weiter zum P “Heidekirche” fahren und geht dann das Kastell von unten an. Der Standort des ehemaligen Truppenlagers ist der wasserreiche Hang zwischen Kleinem und Großem Feldberg ; hier entspringen mehrere Quellen. Der Weg zwischen dem Limes und dem Kastell kann daher außerhalb längerer trockener Witterungsperioden recht sumpfig sein. Direkt im Bereich der heutigen Strassenkreuzung sperrte der Wachturm WP3/45 den Paß. Südlich davon verlief eine ältere Limeslinie, die nur aus Palisaden bestand. Sie ist zwar von Glashütten über den Hang des Glaskopfes und den Emsbach noch sichtbar, doch ist dies eine recht unwegsame Gegend. Im Gelände gut erhalten ist der Wall- und Grabenverlauf der jüngeren Limeslinie, an der auch 4 Turmfundamente noch erkennbar sind. Dieses Teilstück zieht vom nördlichen Ortsrand von Glashütten auf direktem Weg zum Paß hinauf. Der Limeswanderweg wählt lediglich am schluchtartigen Einschnitt des Emsbaches eine etwas bequemere Route. Nach Osten setzt sich der Limes in gleichem Erhaltungszustand für die nächsten 15 km bis zur Saalburg fort. Verläßt man die Strassenkreuzung nach Nordosten, so folgt man für 200 m dem Wall. Bei der zweiten Kreuzung verläßt man ihn nach Osten auf dem “Schanzenweg”. Wo dieser einen leichten Knick macht, quert die ältere Limeslinie. Es geht nun weiter leicht bergan, und nach 500 Metern seit Verlassen des Limes steht man vor der porta decumana und blickt auf die Apsis des Fahnenheiligtums in der Mitte des 7000 Quadratmeter großen Kastellgeländes. Es ist das höchstgelegene Militärlager am gesamten obergermanisch-rätischen Limes. Die Fundamente der Ummauerung und der 4 Tore blieben erhalten, ebenso die des Getreidespeichers (horreum). Bei den Untersuchungen fand sich eine hölzerne Wasserrinne; dadurch konnte die Bauzeit des Kastells auf etwa 170 n.Chr. datiert werden. Eine Inschrift überliefert die Bezeichnung der hier stationierten Einheit, die Exploratio Halicanensium (Aufklärungstruppe aus Halica (heute Ungarn)). Reste steinerner Statuetten von Schutzgottheiten verrieten sogar die Namen von 2 Hauptleuten der beiden Hundertschaften (centurien) , Januarius und Verecundus.
Hangaufwärts fanden sich südöstlich des Kastells weitere Gebäudereste; die zivile Siedlung schloß sich auch im Südwesten an. Archäologisch untersucht wurde das Kastellgelände erstmals vor der Mitte des 19. Jhdt durch den Verein für Nassauische Altertunskunde in Wiesbaden. Umfangreiche Ausgrabungen durch die Reichs-Limeskommission folgten um die Jahrhundertwende, 1926/28 unternahm man weitere Grabungen. Unter den Funden im Sumpf bestens konservierte Lederschuhe. (Museum Saalburg ausgestellt). Der Rundweg führt zum unteren Tor, der porta praetoria hinaus Richtung “Heidenkirche”. Mit diesem Namen waren einst die Ruinen des Badegebäudes belegt. Jetzt ist von Ihnen kaum mehr etwas zu erkennen. Nach links sind es lt. Wegweiser dann zurück zum Roten Kreuz noch 700 Meter. Fährt man von der Strassenkreuzung weiter zum Grossen Feldberg oder wandert man den gleich rechts davon abzweigenden schnurgeraden Weg bergan, so gelangt man bald in die Höhe des WP3/50. Unter dieser Bezeichnung sind die Spuren eines
rund und eines eckig umwallten Wachturmes zusammengefasst, die an der Fortsetzung der oben erwähnten älteren Limeslinie lagen. Im weiteren Verlauf des Limes hält sich der Limeswanderweg weitgehend an den Wall.  ....
(Abschrift aus Deutsche Limesstrasse Walter E.Keller Verlag ISBN 3-924828-99-7)

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